| Sommerinterview - Teil 2 |
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2008 startete Jamilon Mülders als Bundestrainer der U 16. Seit Juli 2009 ist er hauptamtlicher Juniorenbundestrainer des DHB und damit Cheftrainer der Jugend (U 16 - U 21) . In der kommenden Woche, parallel zur EM in Möchengladbach, findet in Krefeld beim CHTC, ein Lehrgang des U-21-Nationalteams statt. Das ist eine Etappe auf dem Weg zur U-21-EM 2012 und zur WM 2013. Wie sieht der weitere Weg aus? Jamilon Mülders: Nach dem Lehrgang in Krefeld startet die Bunddesliga und wir beobachten unsere Athleten im Vergleich zur gesamten Liga und bewerten ihre Leistungen ihrem Alter und ihrer Position entsprechend. Im Oktober stehen noch zwei LG an. In Essen spielen wir 3x gegen Russland (A) und in Limburg findet dann der finale und entscheidende LG des Jahres statt. 40 Spieler treten in zwei Mannschaften jeden Tag gegeneinander an und vergleichen sich und ihre Fähigkeiten über vier Tage. Anschließend wird ein vorläufiger EM Kader nominiert und erstmals wieder im Januar 2012 zu einem LG berufen. Unsere Mannschaft wird so aufgebaut, dass wir für a) für die EM 2012 eine schlagkräftige Mannschaft aufbieten und b) zeitgleich die WM Mannschaft schon jetzt im Hintergrund aufbauen. Die U-18 hat vor einigen Wochen bei ihrer EM in Utrecht Bronze gewonnen. Wo steht die U-21 im europäischen Vergleich?Jamilon Mülders: Wir gehören zu den Top 3 und haben in diesem Jahr eine positive Bilanz gegen Holland und Spanien. Jetzt freuen wir uns auf den Vergleich mit Belgien und England. Anschließend wissen wir, wo wir in diesem Jahr stehen. Wobei solche Vergleiche einer goldenen Ananas gleich sind. In Utrecht waren drei Nachwuchsspieler des CHTC mit von der Partie: Niklas Wellen, Timur Oruz und Torhüter Mark Appel. Diese Cracks sind auch zur U-21-Maßnahme vom 24. bis 28. August in Krefeld von Ihnen eingeladen worden. Ihre Leistung hat sie also überzeugt? Jamilon Mülders: Ihre Leistung in Utrecht war, wie die Leistung der gesamten Mannschaft, weniger konstant und überzeugend. Alle drei Jungs waren vorher schon informiert und eingeladen. Ich kenne alle drei seit der U 14 und habe Vertrauen in ihre sportlichen und charakterlichen Fähigkeiten. Das Wohl oder Weh ihrer Laufbahn hängt nicht von einem Turnier ab. Daher sollte man Utrecht auch nicht überbewerten und den Jungs ihre Zeit geben. Wichtiger ist, dass sie ihre wöchentliche Heimarbeit in Ruhe und verlässlich absolvieren. Das machen die drei mit Dr. Dietmar Alf seit längerer Zeit vor der Schule und genau das ist entscheidend.Wie schaut es in der Breite mit dem Hockey-Nachwuchs in Deutschland aus. Qualitativ und Quantitativ? Jamilon Mülders: Ich kann hier nur für den männlichen Bereich und bis zum Jahrgang 1997 sprechen. Wir müssen uns hier keine Sorgen machen. Wir müssen allerdings weiterhin in die Ausbildung unserer Talente investieren, ansonsten sehe ich für die Zukunft schwarz und die goldenen letzten 10 Jahre im Herrenhockey werden so schnell nicht wiederholt werden. Die Basis aller deutschen Erfolge ist und bleibt die konstante Ausbildung und Grundlagenarbeit in den Vereinen, Landesverbänden und ab der U 16 des DHB. Die Veränderungen in der deutschen Schullandschaft in Kombination mit den angesprochenen finanziellen Notwendigkeiten, machen mich nachdenklich. Der CHTC legt viel Wert auf die Nachwuchsförderung. Gerade hat der Club das Grüne Band für seine Nachwuchsarbeit bekommen. Und mit Robin Rösch einen auch international anerkannten Hockeyfachmann als verantwortlichen Kinder- und Jugendtrainer an den Start geschickt. Ist das der Weg in eine langfristig erfolgreiche Hockeyzukunft? Jamilon Mülders: Ein Mann alleine wird nicht den Ausschlag geben, ob der CHTC oder andere Vereine erfolgreiche Arbeit leisten oder nicht. Entscheidend ist beim CHTC, dass hier mit einer Sprache und mit einem nachhaltigen Konzept gearbeitet wird. Mit Dirk Wellen, Mats Mahn, Dietmar Alf, Robin Rösch und ihren Mitstreitern sind ausreichend kompetente Menschen am Werk und verfolgen ein gemeinsames Ziel. Der Bau des Trainingszentrums und der Investition in Steine / statt Beine macht Sinn und wird langfristig Erfolge bringen. Sie kommen gerne mit ihren Mannschaften zum CHTC nach Krefeld. Auch in den nächsten Jahren sind Lehrgänge der DHB-Nachwuchsteams schon fest gebucht. Warum steht Krefeld und der CHTC bei Ihnen so hoch im Kurs?Jamilon Mülders: Es ist kein Geheimnis, dass ich mich in der Vreed und in Krefeld sehr wohl fühle und dem CHTC bzw. einzelnen Mitgliedern und Eltern viel zu verdanken habe. Der Täter kommt halt immer an den Tatort zurück und als alter Spieler des CHTC sehe ich keinen Grund darin, an anderen Standorten immer wieder das Rad neu zu erfinden. Ich finde für meine Mannschaft und mich alles vor, was man für eine Leistungssportmannschaft benötigt und dazu noch eine sehr schöne und angenehme Betreuung der CHTC Familie. Der CHTC war früher schon immer ein gern genutzter Trainingsort für die Mannschaften meiner Vorgänger und Tradition verpflichtet bekanntlich und ist nicht das schlechteste. Innerhalb der Trainingsmassnahme gibt es vier offizielle U-21-Länderspiele. Je zweimal sind Belgien und England die Gegner. Schwere Brocken, zumal Belgien gerade U-18-Europameister geworden ist. Jamilon Mülders: Der zweite U 18 EM Titel in Folge für Belgien ist Fakt und nicht zu diskutieren. Allerdings lag das mehr an unserem Unvermögen im Halbfinale, als an Belgiens Stärke. Realismus sollte jeden DHB Athleten jederzeit begleiten und die U 18 weiss zu gut, dass diese Finalteilnahme zu einfach weggeworfen wurde. Belgien ist im Jahr 2012 unser Gruppengegner und England ein möglicher Halbfinalteilnehmer. Im Rahmen unserer 12er Serie im Sommer 2012 sind das die letzten vier Spiele und wir werden hier am Ende eine positive Bilanz vorweisen. Zusätzlich zu den inhaltlichen Entwicklungen und Vorgaben, muss auch das Siegen und der entsprechende Wille erlernt und verinnerlicht werden. Wir wollen die Serie in Krefeld ohne Niederlage beenden und jeden Gegner 1x schlagen. Zum Schluss darf der DHB-Nachwuchstrainer unseren Lesern und Hockeyfans in Krefeld noch einen persönlichen Wunsch mit auf den Weg geben. Jamilon Mülders: Ich möchte lieber die Chance nutzen und mich bei der CHTC Familie, der Gerd Wellen Stiftung und bei Dirk Wellen und Dietmar Alf persönlich bedanken. Ihre Unterstützung, ihre Mitarbeit und Anteilnahme für das Hockey in Deutschland, Krefeld und speziell bei den Junioren, geht weit über das hinaus, was man als Verein oder Einzelner leisten kann. Ich bin sehr dankbar, dass wir mit den Junioren diese Form der Unterstützung genießen dürfen und hoffe, dass wir jederzeit dieser Unterstützung gerecht werden. Vielen Dank und einen schönen Aufenthalt in Krefeld! Das Interview führte Rolf Frangen |


